KINOLOG 1 - PHANTOMBILDER kinolog fand erstmals am 6.5.2011 unter dem Titel  “PHANTOMBILDER - Zwischen Fakt und Fiktion” statt. Thema dieser Veranstaltung war die Ambivalenz von Faktizität und Fiktionalität im Film. Phantombilder beschreiben  Grauzonen zwischen Wirklichkeiten: zwischen Vergangenheit  und Gegenwart, zwischen Vergessen und Erinnern, zwischen  Wahrnehmung und Einbildung; dabei gehören sie weder zu der  einen noch zu der anderen Zone, wohl eher sind  Phantombilder ein Ausdrucksmittel auszuverhandelnder  Grenzen. Sie sind Mittel der Re-/De-/Konstruktion zur  Vergegenwärtigung des Abwesenden, um für dieses eine  Sprache zu finden und es ins Bild zu bringen.  Ein Drang nach Objektivität in Bild/Sprache ist zugleich ein  Streben nach 'wahrheitsgetreuer Wiedergabe', die letztlich  nur eine Möglichkeit der Wahrscheinlichkeit aufzeigt und sich  in einer Spirale von Fakt und Fiktion konstituiert. Dabei bleibt  Fiktionalisierung für angestrebte Faktizität ein nicht  wegdenkbares Element der Reflexion.  Der Abend wurde von Viktor Dill und Andreas Schmiedecker  moderiert. Laurette Burgholzer, Mirjam Garscha, Christian  Müller, Markus Lehner und Tanja Wögerbauer präsentierten  ihre Beiträge zum Thema. KINOLOG 2 - TATORTE Die zweite Veranstaltung von kinolog fand am 17.1.2012 zum  Thema “Tatorte - auflesen / erzeugen” statt. 'Orte der Tat', an denen räumliche und zeitliche Strukturen  wie in einem Uhrwerk ineinandergreifen: Ein Gefüge aus  Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft. Handlungen und  Taten mögen zwar vergangen, vergessen, verschwiegen  worden sein, aber sie hinterlassen Spuren an ihren Orten.  Tatorte sind Brennpunkte, an denen Erfahrung, Erkenntnis  und Wahrnehmung sich kreuzen; es sind Orte, an denen  Grenzen zwischen Geschichten-Auflesen und Geschichten-  Erzeugen verschwimmen. Der Abend wurde von Barbara Toifl-Soreff und Benjamin  Vollmann moderiert und Laura Inéz Monning, Daniela-Katrin  Strobl, Christoph Varga,  Vanessa Scharrer, Stefan Schweigler, Viki Kühn, Andreas Schmiedecker und Daniela Zahlner  präsentierten ihre Beiträge.   KINOLOG 3 - INDIZIEN Der dritte Abend stand unter dem Titel “Indizien - mehr als  eine Behauptung, weniger als ein Beweis” und fand am  19.6.2012 statt. Indizien: zeigen an und weisen nicht aus. Sowohl im  filmischen als auch im geistes- und kulturwissen-schaftlichen  Raum werden immer wieder Graubereiche betreten: in  Produktions- und Rezeptionspositionen, Narrationen,  Theoriebildungen, wo es Urteile zu fällen und Schlüsse zu  ziehen – oder überhaupt solche Wege zu beschreiten – gilt,  stellt sich vielmehr die Frage nach einem Zuspruch für  Vermutungen als nach einer Objektivität. Die sogenannten  Offensichtlichkeiten, Tatsachen, Hard-Facts entpuppen sich  des Öfteren als Hypothesen, Phantasmen und Soft-Facts.  Seien es nun formale oder inhaltliche Rückschlüsse: bei einer  Perspektivenvielfalt bleiben sie stets mehr als eine  Behauptung und doch weniger als ein Beweis.  Der Abend wurde von Magdalena Falkenhahn und Martin  Krammer moderiert. Präsentiert wurden Beiträge von Julia  Preisker, Christiana Perschon, David von der Stein, Patrick  Wally, Julia Dossi und Eva-Maria Kleinschwärzer.  KINOLOG fand 2011 und 2012 im Depot - Raum für Kunst und  Diskussion (Breitegasse 3) in Wien statt. KINOLOG 4 - fremdartig Der vierte Abend beschäftigte sich mit dem Thema  “fremdartig” und fand am 18.6.2014 im Schikaneder statt. Was heißt es, fremd zu sein? Wie fühlt sich Fremdsein an?  Fremdheit kann sich durch ethnologische, ideologische und  biologische Abweichungen von der Norm ausdrücken. Doch  was als fremdartig gilt, hängt von der definierten Norm ab,  die wiederum oft genug zum Fremdkörper werden kann.  Unsere Identitäten changieren zwischen den scheinbar fest-  geschriebenen Gegensätzen wie fremd und vertraut, gut und  böse, hell und dunkel und Mann und Frau. Sich im Feld der  Gegensätze zu positionieren bedeutet mit dem Fremden  konfrontiert zu werden, in Form von Anderen oder sich Selbst.  In den Blöcken “Zugänge”, “Position” und “Körper” wurden  verschiedene Herangehensweisen zu dem Thema geschaffen  und das Fremdartige in seinen unterschiedlichen Formen  erkundet und diskutiert. Der Abend wurde von Kira Koplin und Eva-Maria  Kleinschwärzer moderiert. Präsentiert wurden Beiträge von  Grzegorz Kielawski, Jakob Zacharias Steiner, Nathalie  Bertrams, Johannes Bluth, Iris Blauensteiner und Anna-M.  Fiala. KINOLOG 4 - Hier geht es zu den Mitschnitten der Vorträge. archiv 2016